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Lehrstelle finden 2027: der Zeitplan bis zum Lehrbeginn

Stand Oktober 2026

Für eine Lehre ab August 2027 läuft die Suche bereits. Seit August 2026 sind die Lehrstellen ausgeschrieben, und Mitte Oktober 2026 waren auf berufsberatung.ch 29’392 Plätze mit Lehrbeginn 2027 offen. Bis März oder April sind erfahrungsgemäss rund zwei Drittel aller Lehrstellen vergeben. Wer jetzt schnuppert und sich bewirbt, ist gut in der Zeit. Wer später dran ist, findet bis in den Sommer noch freie Plätze, vor allem in einzelnen Branchen.

Es gibt keinen Stichtag, an dem alles entschieden ist. Die Betriebe vergeben ihre Lehrstellen laufend, jeder nach seinem eigenen Plan. Wie dieser Ablauf in den letzten Jahren tatsächlich aussah, misst das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zweimal im Jahr mit einer Umfrage bei Jugendlichen und Betrieben. Aus diesen Zahlen und aus der offiziellen Lehrstellensuche bauen wir dir den Zeitplan bis August 2027: wann du was tun solltest, was die Betriebe bei der Auswahl wirklich anschauen und wo im Frühling noch am meisten frei ist.

Wo findest du die Lehrstellen für 2027?

Die offizielle Übersicht ist die Lehrstellen-Suche auf berufsberatung.ch, dem Informationsportal der öffentlichen Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung. Dahinter steht der Lehrstellennachweis, kurz LENA. Jeder Lehrbetrieb braucht eine Bewilligung des Kantons, um auszubilden. Seine freien Stellen soll er dem LENA seines kantonalen Berufsbildungsamts melden und auf berufsberatung.ch ausschreiben, so empfiehlt es berufsbildung.ch den Betrieben. So landen sie in einer gemeinsamen Suche für die ganze Schweiz.

Lehrstellen mit Beginn im August werden in der Deutschschweiz ab Anfang August des Vorjahres auf den kantonalen Lehrstellenseiten ausgeschrieben, in der Romandie ab September (berufsbildung.ch). Für dich heisst das: Die Stellen für 2027 sind schon da. Mit dem Filter «Lehrbeginn 2027» zeigte die Suche Mitte Oktober 2026 so viele offene Plätze:

Suchergebnis auf berufsberatung.ch mit dem Filter Lehrbeginn 2027: 29392 Lehrstellen gefunden, darüber die Filter nach Kanton, Ort und Beruf, darunter ein Eintrag für eine Lehre als Abdichter/-in EFZ in Allschwil
Die offizielle Lehrstellensuche mit dem Filter Lehrbeginn 2027: 29’392 offene Plätze. Quelle: berufsberatung.ch, gelesen 17. Oktober 2026.

Die 29’392 Plätze verteilen sich auf 20’372 Einträge, denn manche Betriebe suchen gleich mehrere Lernende für denselben Beruf. Du kannst nach Kanton, Ort, Beruf und Sprache filtern und ein Mail-Abo einrichten. Es meldet dir neue Lehrstellen automatisch, du musst also nicht jede Woche von vorn suchen.

Die Liste ist nicht alles, denn nicht jeder Betrieb meldet seine Stellen dort. Im Nahtstellenbarometer 2026 des SBFI gaben 44 Prozent der Betriebe an, freie Lehrstellen über den kantonalen Lehrstellennachweis bekannt zu machen, 45 Prozent über die eigene Website oder die ihres Verbands und 38 Prozent über persönliche Kontakte. Schau also auch direkt bei den Firmen unter «Karriere» oder «Offene Stellen» nach (berufsberatung.ch). Findest du bei einem Betrieb, der dich interessiert, gar kein Inserat, darfst du anrufen oder eine Spontanbewerbung schicken. Und frag in deinem Umfeld: Wer in deinem Wunschberuf arbeitet, kann dir sagen, ob sein Betrieb Lernende sucht. Damit hast du die Liste. Die Frage ist, wie viel Zeit dir bleibt.

Der Zeitplan bis August 2027

Die wichtigsten Monate liegen zwischen jetzt und dem Frühling. Im März und April 2026 waren schweizweit 68 Prozent der angebotenen Lehrstellen schon vergeben, wie das Nahtstellenbarometer zeigt. Dieser Wert ist erstaunlich stabil: Seit 2018 lag er immer zwischen 63 und 70 Prozent. Von den Jugendlichen am Ende der Schulzeit, die eine Lehre wollten, hatten zum gleichen Zeitpunkt 62 Prozent einen unterschriebenen Lehrvertrag und weitere 11 Prozent eine mündliche Zusage.

Zeitleiste bis August 2027: Lehrstellen ab August 2026 ausgeschrieben, Mitte Oktober 29392 offen; Herbst und Winter schnuppern und bewerben; im März/April 2026 68 Prozent vergeben, im August 2025 87 Prozent besetzt; dann Lehrbeginn
Der Ablauf bis zum Lehrbeginn, mit den Vergabezahlen der letzten zwei Runden. Quellen: berufsbildung.ch, berufsberatung.ch, SBFI Nahtstellenbarometer; Darstellung: praktikumjobs.ch.

Am Ende besetzen die Betriebe nicht alles. Im August 2025 waren 87 Prozent der Lehrstellen vergeben (Nahtstellenbarometer August 2025), gut jede achte blieb also offen. Im Frühling derselben Runde waren erst 67 Prozent vergeben gewesen. Zwischen April und August wird also noch ein spürbarer Teil der Plätze besetzt, auch wenn sich die beiden Werte nicht einfach voneinander abziehen lassen: Im August zählten die Betriebe mehr angebotene Lehrstellen als im Frühling. Wer im Frühling noch nichts hat, ist nicht zu spät, sucht aber in einem kleineren Feld.

Für eine Lehre ab August 2027 heisst das, wenn die nächste Runde läuft wie die letzten: Schnuppern sollte vor dem Winter möglichst erledigt sein, die Bewerbungen gehen im Herbst und Winter raus, und bis zu den Frühlingsferien entscheidet sich bei den meisten, wo sie anfangen. Diese Rechnung ist eine Fortschreibung der letzten Jahre, keine Garantie. Der erste Schritt auf dieser Zeitleiste ist für die meisten Betriebe nicht die Bewerbung, sondern das Schnuppern.

Schnupperlehre: der Schritt, den fast alle machen

Fast alle, die eine Lehre suchen, schnuppern vorher. 95 Prozent der Jugendlichen mit Interesse an einer Lehre hatten im Frühling 2026 mindestens eine Schnupperlehre gemacht, 74 Prozent sogar mehrere. Auch die Betriebe rechnen damit: Nur 4 Prozent der ausbildenden Unternehmen bieten keine Schnupperlehren an, im Schnitt empfing ein Betrieb 2026 fünf Schülerinnen und Schüler, die grössten Firmen im Schnitt 60.

Die Regeln sind einfach. Schnuppern darfst du ab 13 Jahren, höchstens zwei Wochen lang und nicht am Wochenende (berufsberatung.ch, FAQ). Bezahlt wird eine Schnupperlehre grundsätzlich nicht. Meist dauert sie einen Tag bis eine Woche und findet in den Schulferien statt. Willst du während der Schulzeit schnuppern, muss deine Schule zustimmen (berufsberatung.ch).

Wichtig ist, was danach bleibt. Für die Betriebe ist die Schnupperlehre ein Teil der Auswahl. Dabei beurteilen die Betriebe, wie du im Arbeitsalltag zurechtkommst, und manche laden dich schon zum Schnuppern ein, bevor es überhaupt ein Vorstellungsgespräch gibt, wie berufsbildung.ch den Betrieben rät. Bitte am Ende die Person, die dich betreut hat, um eine Rückmeldung und um einen Schnupperbericht. Der gehört später als Beilage in deine Bewerbung.

Schnupperst du dort, wo du auch die Lehre machen willst, ist die Schnupperlehre oft schon die halbe Bewerbung. Ein Betrieb erinnert sich an Jugendliche, die pünktlich waren, Fragen gestellt und sauber gearbeitet haben. Hat dir der Beruf gefallen, der Betrieb aber nicht, schnupper denselben Beruf woanders. Findest du gar keine Schnupperstelle, helfen ein Gespräch mit Berufsleuten, ein Tag der offenen Tür oder eine Berufsmesse weiter. Mit dem Schnupperbericht in der Hand geht es an die Unterlagen.

Was Lehrbetriebe bei der Bewerbung anschauen

Am stärksten zählt dein Zeugnis. Das zeigt die Frage im Nahtstellenbarometer 2026, worauf sich Betriebe bei der Auswahl stützen:

Unterlage Für die Betriebe eher oder sehr wichtig
Bewertung von Selbst- und Sozialkompetenz im Zeugnis 73 %
Niveau aus dem Zeugnis 72 %
Noten im Zeugnis 70 %
Eigene Eignungstests der Branche 50 %

Externe Tests wie Multicheck, Stellwerk oder Basic Check schätzen die Betriebe deutlich seltener als wichtig ein, dazu gleich mehr. Bei der Haltung ist das Bild klar: Zu Beginn der Lehre erwarten sie vor allem Motivation (74 Prozent) und Lernwillen (62 Prozent), dazu ein angenehmes Auftreten und gute Umgangsformen (76 Prozent). Fertiges Fachwissen steht für die Betriebe nicht im Vordergrund.

Was in vielen Bewerbungen schiefgeht, haben die Betriebe im August 2025 ebenfalls gesagt: am häufigsten schwache Schulnoten, dann Rechtschreib- und Grammatikfehler und eine unklare Motivation oder unpersönliche Bewerbungen. Die Noten kannst du jetzt nur noch im laufenden Schuljahr verbessern. Die beiden anderen Punkte hast du ganz in der Hand. Lass dein Dossier deshalb von einer erwachsenen Person gegenlesen, etwa von deiner Lehrperson, jemandem aus der Familie oder einer Fachperson im BIZ.

Ein vollständiges Dossier besteht aus Bewerbungsbrief, Lebenslauf und Beilagen (berufsberatung.ch). Zu den Beilagen gehören die Zeugnisse der Oberstufe, deine Schnupperberichte, Resultate von Eignungstests und, falls vorhanden, Bestätigungen von Ferienjobs oder Kursen (berufsberatung.ch). Speichere alles als PDF, pro Beilage eine Datei, das neueste Zeugnis zuerst. Für den Bewerbungsbrief selbst hat berufsberatung.ch eine eigene Anleitung: pro Betrieb ein eigener Brief, der sich auf das Inserat bezieht und sagt, warum du genau dorthin willst. Verschickst du die Unterlagen per E-Mail, bleibt der Text kurz:

Betreff: Bewerbung als Elektroinstallateurin EFZ, Lehrbeginn August 2027

Guten Tag Frau Meier

Im Anhang sende ich meine Bewerbung für die Lehrstelle als Elektroinstallateurin EFZ mit Beginn im August 2027. Im Oktober durfte ich drei Tage im Team von Herrn Rossi schnuppern, der Bericht liegt bei. Über eine Einladung zu einem Gespräch freue ich mich.

Freundliche Grüsse

Wie viele Bewerbungen nötig sind, hängt stark vom Beruf ab. Jugendliche, die 2025 eine Lehre im Betrieb begannen, hatten laut dem Nahtstellenbarometer vom August 2025 im Schnitt 8 Bewerbungen geschrieben. Umgekehrt erhielten die Betriebe 2026 im Schnitt 11 Bewerbungen pro Lehrstelle, grosse Firmen und Branchen wie Information und Kommunikation, Finanzen und Versicherungen, Verwaltung oder Gesundheit überdurchschnittlich viele. Zielst du auf einen beliebten Beruf oder erfüllst du die Anforderungen nur knapp, schick mehr Bewerbungen. Und führ eine Liste, wo du dich beworben hast und wer schon geantwortet hat. Bevor eine Bewerbung rausgeht, stellt sich bei vielen Berufen noch eine Frage: Brauche ich einen Test?

Eignungstests: wann du sie brauchst und was sie kosten

Ob du einen Eignungstest brauchst, entscheidet der Betrieb, die Berufsfachschule oder der Berufsverband. Manche verlangen ihn, andere empfehlen ihn nur. Im Zweifel fragst du nach, bevor du dich anmeldest. Die Tests prüfen Schulwissen wie Deutsch und Mathematik, dazu Konzentration, logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen, manchmal auch die Persönlichkeit. Laut berufsberatung.ch finden sie meist zwischen Februar und Mai statt und kosten zwischen etwa 20 und 150 Franken, einige sind gratis.

Die bekanntesten externen Tests sind der Multicheck und der Basic Check, beide vom selben Anbieter. Der Multicheck kostet laut Anbieter je nach Berufsfeld 60 bis 100 Franken, der Basic Check 100 Franken. Beide prüfen den Schulstoff bis Ende der 8. Klasse (HarmoS 10). Den Basic Check kannst du innerhalb einer Testperiode einmal wiederholen, eine Periode läuft von Ende Mai bis Ende Mai des Folgejahres.

Wie viel diese Tests bringen, ist eine berechtigte Frage. In der Deutschschweiz hielten 2026 nur 29 Prozent der Lehrbetriebe den Multicheck für eher oder sehr wichtig, ebenso viele den Stellwerk-Test und 24 Prozent den Basic Check. Die Hälfte oder mehr stufte jeden dieser drei Tests als eher nicht oder überhaupt nicht wichtig ein. Mach also nicht auf Vorrat alle Tests, sondern den, den deine Wunschbetriebe verlangen.

Fällt ein Resultat schlecht aus, ist das kein Aus. Bei durchschnittlichen Werten kann ein starkes Dossier mit guten Schnupperberichten viel ausgleichen. Bei ungenügenden Werten kannst du üben und manche Tests im nächsten Jahr wiederholen oder dich in Berufen umsehen, die andere Stärken verlangen. Beim Einordnen hilft dir die Berufsberatung.

Die Berufsberatung: wann sich ein Termin lohnt

Jeder Kanton hat eine eigene Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, in vielen Kantonen BIZ genannt. Dort berät man dich vertraulich zu allen Fragen rund um Ausbildung und Beruf, und die Adressen aller Stellen findest du auf berufsberatung.ch. Im Kanton Zürich etwa zahlen Personen unter 20 Jahren für die Beratung nichts, und die Infothek mit Kurzgesprächen bis 15 Minuten ist für alle kostenlos (Kanton Zürich). Wie es in deinem Kanton geregelt ist, steht auf der Website deiner Beratungsstelle.

Ein Termin lohnt sich vor allem, wenn du zwischen zwei Berufen schwankst, wenn sich die Absagen häufen oder wenn im Frühling noch keine Zusage da ist. Die Beratung hilft bei der Lehrstellensuche und weiss, welche Brückenangebote es in deinem Kanton gibt und bis wann man sich dafür anmelden muss. Hast du eine Zusage, wartet ein letzter Schritt mit Papier.

Zusage, Lehrvertrag und Probezeit

Eine Lehre beginnt mit einem schriftlichen Lehrvertrag. Ohne Schriftform ist er nicht gültig. Er muss vor oder spätestens zu Beginn der Lehre vorliegen, und das kantonale Berufsbildungsamt prüft und genehmigt ihn (berufsbildung.ch). Bist du beim Unterschreiben noch nicht 18, müssen auch deine Eltern oder deine gesetzliche Vertretung schriftlich zustimmen. Antreten kann eine Lehre in der Regel, wer 15 Jahre alt ist und die obligatorische Schulzeit abgeschlossen hat, so steht es in den häufigen Fragen auf berufsberatung.ch.

Vor dem Unterschreiben lohnt ein genauer Blick auf Probezeit, Ferien und Lohn. Die Probezeit dauert zwischen einem und drei Monaten und kann höchstens auf sechs verlängert werden, steht nichts im Vertrag, sind es drei. Bis zum vollendeten 20. Altersjahr hast du fünf Wochen bezahlte Ferien. Und den Lohn legt der Vertrag fest: Ein gesetzliches Minimum für Lernende gibt es schweizweit nicht, die Betriebe richten sich meist nach den Empfehlungen ihrer Branche, zu beachten sind zudem Gesamtarbeitsverträge und kantonale Mindestlöhne.

Ein unterschriebener Vertrag hält fast immer. Nur 5 Prozent der Jugendlichen gaben 2025 an, dass ihr Lehrvertrag vor Beginn der Lehre aufgelöst wurde. Hast du unterschrieben, sag den anderen Betrieben ab, bei denen deine Bewerbung noch läuft. Das macht dort einen Platz frei für jemanden, der noch sucht. Einen Monat vor dem Start soll dir dein Lehrbetrieb eine schriftliche Einladung mit allem Nötigen für den ersten Tag schicken, so empfiehlt es berufsbildung.ch den Betrieben.

Wenn es im Frühling noch nicht geklappt hat

Dann such dort weiter, wo noch Plätze frei sind, und das ist je nach Branche sehr verschieden. Im März und April 2026 waren in der Finanz- und Versicherungsbranche schon 87 Prozent der Lehrstellen vergeben, in Information und Kommunikation 81 Prozent. Im Baugewerbe war es dagegen erst gut die Hälfte, im Gastgewerbe weniger als die Hälfte.

Balkengrafik zum Anteil vergebener Lehrstellen im März/April 2026 nach Branche: Finanzen 87, Information und Kommunikation 81, Gesundheit 76, Handel 62, Baugewerbe 53, Gastgewerbe 49 Prozent, Schnitt aller Branchen 68 Prozent
Anteil der Lehrstellen, die im März/April 2026 schon vergeben waren, nach Branche. Quelle: SBFI, Nahtstellenbarometer März/April 2026 (gfs.bern); Darstellung: praktikumjobs.ch.

Das Muster hält bis in den Sommer. Im August 2025 war im Baugewerbe noch jede vierte Lehrstelle unbesetzt, in der Land- und Forstwirtschaft jede fünfte, im Gastgewerbe und im verarbeitenden Gewerbe je 18 Prozent. Als häufigsten Grund nannten die Betriebe, sie hätten nur ungeeignete Bewerbungen erhalten (56 Prozent), dicht gefolgt von gar keinen Bewerbungen (53 Prozent). Und 59 Prozent der Betriebe mit offenen Plätzen wollten sie offen halten, um sie im laufenden Jahr noch zu besetzen.

Für dich heisst das zuerst: Such weiter weg. Ein Nachbarkanton oder ein Ort eine halbe Stunde weiter kann ganz andere Betriebe mit offenen Plätzen haben. Schau dir auch verwandte Berufe an, gerade in Branchen mit vielen freien Stellen, oder eine zweijährige EBA-Lehre, nach der du ein EFZ anhängen kannst. Und bleib im Sommer dran, mit dem Mail-Abo und mit Anrufen bei Betrieben, die im Frühling abgesagt haben. Klappt es bis August nicht, gibt es Brückenangebote von meist sechs bis zwölf Monaten, die dich auf die Lehrstellensuche, eine Lehre in einem bestimmten Berufsfeld oder eine Schule vorbereiten (berufsberatung.ch). Fehlende Lehrstellen waren 2026 der häufigste Grund, warum sich Jugendliche dafür interessierten. Wie und bis wann du dich anmeldest, hängt von Kanton und Angebot ab, die Beratungsstelle in deinem Kanton kennt die Fristen.

Deine nächsten Schritte

Richte auf berufsberatung.ch ein Mail-Abo mit Lehrbeginn 2027 für deinen Wunschberuf und deine Region ein, damit dir keine neue Stelle entgeht. Mach dir eine Liste mit fünf bis zehn Betrieben, darunter auch solche ohne Inserat, und frag dort nach einer Schnupperlehre in den nächsten Ferien. Stell parallel dein Dossier zusammen: Zeugnisse scannen, Lebenslauf schreiben, Schnupperberichte sammeln. Und frag deine Wunschbetriebe, ob sie einen Eignungstest verlangen, bevor du einen buchst.

Wenn du nach den ersten Schnupperlehren unsicher bist, welcher Beruf passt, mach einen Termin beim BIZ, bevor die grosse Bewerbungsrunde im Winter beginnt. Ein falscher Beruf lässt sich im Herbst noch leicht korrigieren, mit einer weiteren Schnupperlehre statt mit einem Lehrabbruch.

Häufige Fragen

Bekomme ich für eine Schnupperlehre Lohn?
Nein, Schnupperlehren sind grundsätzlich unbezahlt und dauern höchstens zwei Wochen, nie am Wochenende. Zwischen 13 und 15 Jahren darfst du dabei höchstens 8 Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche arbeiten, und nur zwischen 6 und 18 Uhr.
Was ist der Unterschied zwischen einer EFZ- und einer EBA-Lehre?
Eine Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) dauert drei oder vier Jahre, eine mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) zwei Jahre, mit Unterricht, der stärker auf die Lernenden zugeschnitten ist. Nach dem EBA kannst du ein EFZ anhängen. Von den 2026 angebotenen Lehrstellen führten 91 Prozent zu einem EFZ und 8 Prozent zu einem EBA.
Kann ich die Lehre in der Probezeit wieder beenden?
Ja. Während der Probezeit können du und der Betrieb den Lehrvertrag mit einer Frist von sieben Tagen kündigen. Die Probezeit dauert ein bis drei Monate, steht nichts im Vertrag, sind es drei. Danach geht eine Auflösung nur noch im gegenseitigen Einverständnis oder aus wichtigen Gründen, und das kantonale Berufsbildungsamt muss informiert werden.
Gibt es noch Lehrstellen mit Beginn 2026?
Wenige. Mitte Oktober 2026 waren auf berufsberatung.ch noch 1’428 Plätze mit Lehrbeginn 2026 ausgeschrieben, gegenüber 29’392 für 2027. Ob ein so später Einstieg noch geht, klärst du direkt mit dem Betrieb, die Berufsberatung hilft dir dabei.

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