praktikumjobs.ch

Motivationsschreiben Praktikum: Aufbau, Beispiele, Fehler

Auf einer Seite

Ein Motivationsschreiben für ein Praktikum passt auf eine A4-Seite und hat drei bis vier Absätze: warum dich genau dieser Betrieb interessiert, was du mitbringst, jeweils mit einem Beispiel belegt, was du lernen und beitragen willst, und ein kurzer Schluss ohne «würde». So lehren es, mit kleinen Unterschieden, die Career Services der Universitäten Zürich, Bern und Basel, der ZHAW und der Berner Fachhochschule.

Beim Praktikum kommt eine Schwierigkeit dazu: Du hast wenig Berufserfahrung, auf die du zeigen kannst. Die Belege kommen deshalb aus dem Studium, aus Projekten, aus einem Nebenjob oder aus dem Verein. Und du musst Dinge sagen, die in einer normalen Bewerbung fehlen, etwa ob das Praktikum Teil deines Studiums ist, wann du anfangen kannst und was du lernen willst. Wir gehen den Brief von oben nach unten durch, mit Beispielsätzen aus den Unterlagen der Hochschulen. Und wir zeigen, wo sich die Career Services widersprechen.

Wann du überhaupt eines brauchst

Ein Motivationsschreiben ist sinnvoll, wenn dein Lebenslauf allein nicht erklärt, warum du dich bewirbst. Ein Handout der Career Services der Universität Zürich teilt die Arbeit so auf: Der Lebenslauf bildet die Qualifikationen ab, die Zeugnisse belegen sie, und der Brief macht die Motivation sichtbar, setzt Stärken in Szene und erklärt Dinge. Für Praktikantinnen und Praktikanten ist dieser letzte Punkt oft der wichtigste. Warum bewirbt sich eine Jusstudentin auf ein Praktikum in der Kommunikation? Warum ein Semester Pause? Das steht in keinem Lebenslauf.

Die Career Services der UZH sagen auf ihrer Seite zum Motivationsschreiben auch, wann du dir die Arbeit sparen kannst. Verlangt ein Inserat ausdrücklich nur Lebenslauf und Zeugnisse und hat das Portal kein Feld für einen Brief, schickst du keinen. Stellt ein Formular mehrere Fragen zur Motivation, beantwortest du diese gut, statt zusätzlich einen Brief hochzuladen. Und bei kurzen, rein praktischen Einsätzen genügt ein kurzes Statement. Für ein begehrtes Praktikum, für einen Wechsel in ein anderes Fach oder wenn dein Profil nicht auf den ersten Blick passt, rät die UZH dagegen eher zu einem Brief.

Suchst du statt eines Praktikums eine Lehrstelle, gelten andere Gewohnheiten. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag zur Lehrstelle für 2027. Hier geht es um Praktika während und nach dem Studium oder nach der Matura, und um einen Brief, der auf eine Seite passt.

Wie ist ein Motivationsschreiben aufgebaut?

Eine Seite ist das Maximum, darin sind sich alle Hochschulen einig, deren Unterlagen wir gelesen haben. Bei UZH, ZHAW und BFH folgt auf den Briefkopf dieselbe Reihenfolge: zuerst der Betrieb, dann du, dann das, was ihr zusammen erreichen könnt, und am Ende ein kurzer Schluss. Die UZH nennt das YOU, ME, WE.

Schema einer A4-Seite: Kopf, Betreff fett ohne das Wort Betreff, Anrede mit Namen ohne Komma, dann Betrieb (1 Absatz), Ich (2 bis 3 Absätze), Wir (1 Absatz), Schluss ohne Konjunktiv, Freundliche Grüsse und Unterschrift
Der Aufbau eines Motivationsschreibens für ein Praktikum. Absatzzahlen nach dem BFH Career Service, Regeln nach den Career Services von UZH, Uni Bern, Uni Basel und ZHAW; unsere Darstellung.

Am genauesten ist der Career Service der Berner Fachhochschule. Er gibt dem Teil über den Betrieb einen Absatz, dem Teil über dich zwei bis drei und dem gemeinsamen Teil wieder einen. Jeder Absatz soll eine Sinneinheit bilden, also einen Gedanken. Die UZH empfiehlt drei bis vier Abschnitte, die Uni Bern drei bis fünf.

Der Kopf ist ein gewöhnlicher Geschäftsbrief: deine Kontaktdaten, die Adresse des Betriebs mit der Kontaktperson, Ort und Datum. Im Betreff stehen laut Uni Bern der Titel der Stelle, wo du das Inserat gefunden hast, und dessen Datum. Der Career Service der ZHAW School of Management and Law will den genauen Stellentitel und, falls vorhanden, die Referenznummer. Schrift und Schriftgrösse übernimmst du aus deinem Lebenslauf, damit das Dossier wie aus einem Guss aussieht. Wie die Zeilen unter dem Betreff anfangen, entscheidet dann, ob jemand weiterliest.

Wie fängt man ein Motivationsschreiben an?

Mit dem Grund, warum du dich bewirbst, und zwar im ersten Satz. Die Floskel «Hiermit bewerbe ich mich» streichen die Career Services der UZH ebenso wie den Satz, auf welcher Website du die Stelle gefunden hast. Beides sagt nichts, was die Leserin nicht schon weiss. Das UZH-Handout führt unter dem Titel «Nicht langweilen» genau so einen Einstieg als schlechtes Beispiel auf: «Hiermit bewerbe ich mich», gefolgt von Datum und Website des Inserats und dem Titel der Stelle. Datum und Fundort gehören in den Betreff, nicht in den ersten Satz.

Besser beginnst du mit einem echten Berührungspunkt. Das Handout nennt als mögliche Aufhänger den Vortrag einer Firma in der Reihe «Karriere über Mittag» an der Universität Zürich, der dich begeistert hat, oder ein Telefongespräch, das dich bestärkt hat, dich zu bewerben. Bei allgemeinen Einstiegen, etwa dass dich das Inserat sofort angesprochen habe, steht im Handout der Zusatz, der den Unterschied macht: Der Grund muss folgen. Ein Satz über Begeisterung ohne einen Grund dahinter ist nur eine schönere Floskel. Die ZHAW nennt als Berührungspunkte Gastvorlesungen, Berufsmessen, Bekannte und Karriere-Events an der Hochschule, genau die Orte, an denen Studierende Betriebe kennenlernen.

Für ein Praktikum kann ein Einstieg zum Beispiel so lauten:

An der Kontaktmesse unserer Hochschule erzählte mir eine Teamleiterin aus der Kommunikationsabteilung, dass Praktikantinnen und Praktikanten dort eine eigene Kampagne betreuen. Genau diese Verantwortung suche ich für mein Praxissemester.

Was du vermeiden solltest: Werbesätze von der Website des Betriebs abschreiben. Die UZH warnt ausdrücklich davor, und es fällt auf, weil die Leute im Betrieb ihre eigenen Slogans kennen. Hast du keinen persönlichen Kontakt, nimm etwas Konkretes aus dem Inserat oder aus einem Projekt des Betriebs und sag, was dich daran interessiert. Danach kommt der längste Teil.

Der Hauptteil: Belege statt Eigenschaften

Im Mittelteil zeigst du zwei bis vier Fähigkeiten, die zur Stelle passen, und belegst jede mit einem Erlebnis. So formuliert es die UZH, und die anderen sagen fast dasselbe: Die ZHAW rät zu drei oder vier Fähigkeiten mit je einem Beispiel, die BFH zu etwa drei.

Ausschnitt der UZH-Seite zum Teil ME: 2 bis 4 Kompetenzen hervorheben, mit Beispielen aus Studium, Projekten, Praktika, Arbeit oder Engagement belegen, statt «Ich bin organisiert» besser «In Projekt X habe ich ... koordiniert»
Der Teil über dich im Modell der UZH: Fähigkeiten mit Beispielen belegen statt behaupten. Quelle: careerservices.uzh.ch, gelesen 17. Oktober 2026.

Welche Fähigkeiten du wählst, verrät das Inserat. Das UZH-Handout zeigt, wie Betriebe ihre Anforderungen abstufen. Harte Bedingungen klingen nach «Voraussetzung sind ...» oder «Wir erwarten ...». Wünsche klingen anders: «idealerweise ...», «... sind von Vorteil» oder «... wäre wünschenswert». Greif zuerst die harten Bedingungen auf. Ein Wunsch, den du erfüllst, ist ein Bonus für den Schluss des Mittelteils.

Für jede Fähigkeit schreibst du, wann und wo du sie erworben hast und wie du sie in der neuen Stelle einsetzt. So verlangt es die BFH, und ihr Beispiel zeigt, wie das klingt: «Auch Verhandlungsgespräche auf Italienisch traue ich mir zu. In meinem Austauschsemester in Bologna besuchte ich alle meine Lehrveranstaltungen in italienischer Sprache und nahm an einem Debattier-Seminar teil.» Die BFH nennt das die «Show, don't tell»-Regel. Statt «ich bin initiativ» steht dort: «Als Bachelorarbeit habe ich ein Unternehmen gegründet, das nachhaltig produzierten Schmuck vertreibt.»

Ohne Berufserfahrung sind solche Belege leichter zu finden, als viele denken. Das UZH-Handout zeigt, wie Teamgeist aus dem Basketballclub oder aus Freiwilligenarbeit belegt werden kann, und bringt ein Beispiel aus der Freizeit: «Seit Jahren trainiere ich in meiner Freizeit eine Junioren-Fussballmannschaft. Es gefällt mir, die Jugendlichen zu motivieren und aus lauter Individuen ein starkes Team zu formen.» Eine Seminararbeit unter Zeitdruck, eine Schicht an der Kasse am Samstag, ein Vereinsanlass, den du organisiert hast: Alles taugt, wenn du sagst, was du konkret getan hast.

Was nicht taugt, sind Ketten von Eigenschaften. «Ich bin motiviert, flexibel, teamfähig und selbstständig» nennt die BFH als Beispiel für einen Satz, der wenig authentisch wirkt. Das UZH-Handout zeigt dasselbe Problem an einem Satz über ein früheres Praktikum und wie er besser wird:

Vorher und nachher: Ein vager Satz über ein Praktikum bei der Migrosbank («sehr vielfältig und umfangreich», «würden mir bestimmt») wird zu einem Satz mit Ort, Gelerntem im Umgang mit Kunden und Bezug zum neuen Team
Ein Satz vor und nach der Überarbeitung, aus einem Handout der Career Services der Universität Zürich. Markierungen und Hinweise: unsere.

Der zweite Satz ist kaum länger, aber er sagt, wo du warst, was du gelernt hast und wozu es dem neuen Betrieb nützt. Schreib nur, was für die Stelle zählt. Die BFH bringt das Beispiel der Englischkenntnisse: Brauchst du sie in der Stelle nicht, gehören sie in den Lebenslauf, aber nicht in den Brief. Das Gleiche gilt für alles, was ohnehin im Lebenslauf steht. Die ZHAW erinnert daran, dass viele Recruiterinnen und Recruiter zuerst den Lebenslauf lesen. Wer ihn im Brief nacherzählt, verschenkt seine einzige Seite. Ein Thema fehlt noch, und es ist das, was ein Praktikum von einer Stelle unterscheidet.

Was ein Praktikum zusätzlich braucht

Bei einer Praktikumsbewerbung muss der Betrieb wissen, was du lernen willst, wann du kannst und in welchem Rahmen. Im Modell der UZH gehört das in den gemeinsamen Teil: Zeig, was du mit der Stelle erreichen möchtest, welche Themen du vertiefen und welche Verantwortung du übernehmen willst. Die BFH ergänzt, dass es hier weniger um Fachwissen geht als darum, wie du dich ins Team einfügst und zum Erfolg beiträgst.

Für ein Praktikum heisst das drei Dinge. Erstens der Rahmen: Ist das Praktikum Teil deines Studiums oder freiwillig nach dem Abschluss? Bei einem Pflichtpraktikum lohnt sich ein halber Satz dazu, denn für den Betrieb gelten dann teils andere Regeln, etwa beim kantonalen Mindestlohn. Zweitens die Eckdaten: frühestes Startdatum, Dauer, Pensum. Die Uni Bern rät, einen Eintrittstermin oder eine Lohnvorstellung immer dann zu nennen, wenn das Inserat danach fragt. Drittens ein Lernziel, das zur Stelle passt. Dass ein Praktikum ausbilden soll, ist nicht nur eine schöne Idee. In Neuenburg und im Tessin gehören schriftliche Lernziele zu den Bedingungen, unter denen ein Praktikum vom kantonalen Mindestlohn ausgenommen ist, wie wir im Beitrag zu Lohn und Rechten im Praktikum zeigen. Wer im Brief schon sagt, was er lernen will, gibt dem Gespräch eine Richtung.

Ein solcher Absatz kann so aussehen:

Das Praktikum ist Teil meines Bachelorstudiums in Kommunikation. Ich kann ab Februar 2027 für sechs Monate zu 100 Prozent arbeiten. Vertiefen möchte ich vor allem die Medienarbeit, denn in meinem Studium habe ich Medienmitteilungen bisher nur geschrieben, nie verschickt und nachbetreut.

Danach fehlt nur noch der letzte Absatz, und dort passiert der häufigste Stilfehler.

Der Schluss ohne «würde»

Der Schluss ist ein, zwei Sätze, die ein Gespräch in Aussicht stellen, ohne Konjunktiv. Die Uni Bern schreibt es wörtlich: «Ich freue mich ...», nicht «Ich würde mich freuen ...». Die UZH nennt Formulierungen wie «würde mich freuen, wenn ...» zu vorsichtig und rät zu klaren, positiven Sätzen.

Ganz einig ist sich dabei nicht einmal die UZH. In ihrem Handout, dessen Beispiele aus dem Jahr 2016 stammen, steht als bessere Variante eines Schlusses noch ein Satz mit «würde mich sehr freuen», verbunden mit dem Wunsch, im persönlichen Gespräch mehr über die Arbeit im Team zu erfahren. Nach der heutigen Seite der UZH streichst du das «würde»:

Ich bin neugierig auf die Arbeit im Team und freue mich auf ein persönliches Gespräch.

Zwei Dinge haben laut UZH im ganzen Brief nichts verloren: Kritik an früheren Arbeitgebern und Rechtfertigungen. Hattest du ein schwieriges Semester, erklär es kurz und sachlich, falls es überhaupt nötig ist, und schliess mit dem Blick nach vorn. Darunter folgen Grussformel, Unterschrift und Name, und dort beginnen die Schweizer Eigenheiten.

Was in der Schweiz anders ist

Viele Vorlagen im Netz folgen deutschen Gewohnheiten, und die passen hier in einigen Details nicht. In der Schweiz schreibst du ss statt ß, also «Freundliche Grüsse», wie es die Uni Bern vorgibt, oder «Mit freundlichen Grüssen», wie bei der Uni Basel. Nach der Anrede steht kein Komma, so im Musteranschreiben der UZH, und der erste Satz beginnt deshalb mit einem Grossbuchstaben.

Im Briefkopf lässt du «z. Hd.» weg, darauf weisen die Uni Basel und das UZH-Handout hin. Der Betreff steht fett und ohne das Wort «Betreff», sagen Uni Bern, Uni Basel und UZH. Die Uni Bern ergänzt: ohne Punkt am Ende. Das Datum schreibst du mit dem Ort davor, im Beispiel der Uni Bern «Bern, 5. Juli 2013».

Die wichtigste Eigenheit betrifft die Anrede im Brief selbst. Die UZH ist hier eindeutig: Im Motivationsschreiben ist die förmliche Anrede nach wie vor Standard, auch wenn das Inserat dich duzt. Den Ton darfst du anpassen, bei einem Start-up etwas lockerer als bei einer Verwaltung oder einem Grosskonzern, aber du duzt nicht zurück. Bei anderen Fragen sind sich die Hochschulen weniger einig.

Wo sich die Career Services widersprechen

Bei drei Details geben die Hochschulen gegensätzliche Ratschläge. Wer nur eine Quelle liest, hält deren Regel für die einzige.

Frage Uni Bern ZHAW SML UZH
«Sehr geehrte Damen und Herren» vermeiden, lieber anrufen gut, wenn kein Name bekannt ist Seite: möglich; Handout: vermeiden
Unterschrift von Hand, in Blau digital genügt der getippte Name digital oder eingescannt
Liste der Beilagen ja, ohne das Wort «Beilagen» keine Angabe freiwillig (Handout)

Unser Rat aus diesen Quellen: Such den Namen. Steht er nicht im Inserat, ruf an, wie es die Uni Bern empfiehlt. Bei einem grossen Betrieb mit einem Bewerbungsportal klappt das nicht immer, dann ist die Lösung der ZHAW vernünftig. Bei der Unterschrift kommt es auf den Weg an. Die blaue Farbe der Uni Bern soll zeigen, dass ein Papierbrief ein Original ist. Bei einem PDF gibt es kein Original, da reicht eine eingescannte Unterschrift oder dein getippter Name. Und die Beilagenliste schadet nie, wenn du sie kurz hältst.

Bewerbungen laufen heute meist digital, und damit verändert sich auch die Form des Briefs.

Online-Formular, E-Mail und Kurzpitch

Das Motivationsschreiben gibt es heute in drei Hauptformen, und für jede gelten andere Formalien. Die UZH unterscheidet sie so.

Als PDF bleibt es ein vollständiger Brief mit Kopf, Datum, Anrede und Unterschrift. Bei einer Bewerbung per E-Mail hängst du den Brief als PDF an, so das UZH-Handout. Im Online-Formular fallen Adressblock, Datum und Unterschrift weg. Die Gliederung in Betrieb, ich und wir bleibt, und es gelten die Zeichen- oder Feldvorgaben des Formulars.

Die dritte Form ist der Kurzpitch. Manche Portale bieten eine Schnellbewerbung und erwarten nur eine kurze Begründung, laut UZH drei bis fünf Sätze: ein Einstieg, ein oder zwei Fähigkeiten und ein Satz zu deinem Mehrwert. Für ein Praktikum zum Beispiel:

Das Praktikum in der Datenanalyse passt genau zu meinem Masterschwerpunkt in Statistik. In meiner Masterarbeit werte ich mit R die Antworten einer eigenen Umfrage aus. Ab März 2027 bin ich für sechs Monate frei und möchte lernen, wie Analysen im Alltag eines Unternehmens Entscheidungen tragen.

Hast du eine echte Zahl, etwa wie viele Antworten du ausgewertet oder wie viele Kundinnen du betreut hast, gehört sie hinein. Gerade im Kurzpitch trägt sie mehr als jedes Adjektiv. Wie kurz die Form auch ist, am Ende braucht jede Version denselben letzten Arbeitsschritt.

Bevor du auf Senden drückst

Gib den Brief jemandem zum Gegenlesen, das raten die Uni Bern und die UZH. Es ist der schnellste Weg zu den Fehlern, die du selbst nicht mehr siehst, und am nächsten Tag liest du ihn am besten auch selbst noch einmal. Prüf dabei vor allem diese Punkte aus den Unterlagen der Hochschulen:

  • Sätze, die nichts sagen: Dass du «sehr motiviert» bist, im Unternehmen zu arbeiten, streicht die BFH, weil es ohnehin vorausgesetzt wird.
  • Füllwörter: Das UZH-Handout führt eine lange Liste, darunter «eigentlich», «wirklich», «natürlich», «bestimmt» und «sicherlich».
  • Wiederholungen und Konjunktive, besonders im Schluss.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler, die ZHAW und UZH ausdrücklich nennen.
  • Der richtige Name und der richtige Betrieb, wenn du Teile aus einem früheren Brief übernommen hast.

Der letzte Punkt führt zu dem Fehler, den die Uni Bern und die Uni Basel beide ausdrücklich nennen: dem Standardbrief. Rolf Murbach schreibt in einer Kolumne für die Career Services der UZH, wer sich nur an Ratgebern orientiere, schreibe so wie alle anderen. Sein Rat für den Anfang: nicht gleich den fertigen Text schreiben, sondern zuerst sammeln, mit Freunden über die eigenen Interessen und Fähigkeiten reden und frei drauflos schreiben, und erst danach verdichten.

Wenn du so weit bist, such dir ein Inserat, das wirklich passt, und schreib den Brief für genau diese Stelle. Offene Praktika findest du bei uns nach Ort, etwa in Bern, Basel, Lausanne oder im Kanton Aargau, und nach Fachgebiet, zum Beispiel in Marketing und Kommunikation oder Finanzen und Buchhaltung.

Häufige Fragen

Was schreibe ich, wenn im Inserat keine Kontaktperson steht?
Die Uni Bern rät, im Betrieb anzurufen und nach dem Namen zu fragen. Findest du trotzdem keinen, adressierst du den Brief an die Abteilung, etwa das HR, und schreibst «Sehr geehrte Damen und Herren». Das hält der Career Service der ZHAW für in Ordnung, wenn kein Name bekannt ist.
Wie bewerbe ich mich initiativ für ein Praktikum?
Ruf zuerst die Personalabteilung an und frag, ob und wie sie Bewerbungen annimmt. Schreib im Betreff, dass es eine Initiativbewerbung ist, und nenne das gewünschte Praktikum. Schick immer ein vollständiges Dossier. Hast du nach rund zwei Wochen keine Bestätigung, darfst du freundlich nachfragen, so rät es die Uni Bern.
Gehört ein Foto zum Motivationsschreiben?
Nein. Ein Foto gehört, wenn überhaupt, in den Lebenslauf, und auch dort ist es freiwillig. Die Career Services von UZH und Uni Basel nennen es optional. Wenn du eines verwendest, dann ein professionelles und freundliches.
Darf ich eine Vorlage aus dem Internet verwenden?
Für das Layout ja, für den Text nein. Die Uni Bern und die Uni Basel raten von Standardbriefen ab, und eine Kolumne der Career Services der UZH warnt, dass ein Brief nach den üblichen Regeln wie alle anderen klingt. Übernimm die Gliederung und schreib jeden Satz für die eine Stelle neu.

Weitere Beiträge

Alle Beiträge