Traineeprogramm Schweiz 2027: Lohn, Dauer und Fristen

Auf einen Blick

Ein Traineeprogramm in der Schweiz dauert meist 12 bis 18 Monate, in der Industrie und bei der Finanzmarktaufsicht auch zwei bis drei Jahre. Wo Firmen den Lohn offenlegen, liegt er meist zwischen 71’500 und 80’000 Franken im Jahr. Beworben wird rund ein halbes Jahr vor dem Start, bei manchen Firmen in Fenstern von nur ein bis zwei Wochen.

Wir haben die Programmseiten von 18 Arbeitgebern aus Finanz, Versicherung, Industrie und Verwaltung gelesen. Was dabei auffällt: Nur fünf von ihnen nennen einen Lohn, und die Fristen sind über das ganze Jahr verstreut. Ein Beispiel zeigt, wie konkret es werden kann. Die SBB startet ihr Programm am 1. September 2027 und nimmt Bewerbungen nur vom 1. bis 14. Februar und vom 3. bis 16. Mai 2027 an. Dafür zahlt die SBB 80’000 Franken im Jahr bei einem Vollpensum, und übernimmt danach über 90 Prozent der Trainees (SBB). Wer das Februarfenster verpasst, kann es im Mai noch einmal versuchen. Bei vielen anderen Firmen gibt es nur einen Termin im Jahr.

Traineeprogramm oder Praktikum: der Unterschied

Ein Traineeprogramm ist eine Einstiegsstelle mit festem Ausbildungsplan, ein Praktikum ein befristeter Einsatz zum Lernen. Das offizielle Portal der Berufsberatung beschreibt Traineeprogramme als strukturierte Programme für Absolventinnen und Absolventen, die schon etwas Praxis aus Praktika oder Studentenjobs mitbringen (berufsberatung.ch). Du arbeitest in einem oder mehreren Bereichen eines grossen Unternehmens, wirst fachlich betreut und besuchst interne Kurse. Ein Praktikum nach dem Studium dauert dagegen von einigen Wochen bis zu einem Jahr und zahlt einen Praktikumslohn.

Der Unterschied zeigt sich am deutlichsten beim Geld. Die Finanzmarktaufsicht FINMA bietet beides an, jeweils für Leute mit Master. Ein Praktikum von 9 bis 12 Monaten zahlt 55’000 Franken im Jahr, das neue Traineeprogramm Digital and Analytics 110’000 Franken (FINMA). Auch der Vertrag ist oft ein anderer. Bei der Zürcher Kantonalbank und bei ABB bist du als Trainee vom ersten Tag an unbefristet angestellt, ein Praktikum endet dagegen am vereinbarten Tag. Welche Rechte du in einem Praktikum hast und was dort üblich ist, steht in unserem Beitrag zu Lohn und Rechten im Praktikum.

Eine Grenze setzt fast jedes Programm: Dein Abschluss darf nicht zu alt sein. Die Berufsberatung nennt als Faustregel höchstens zwei Jahre, einige Firmen sind strenger. Bevor es um diese Fristen geht, zuerst zum Lohn.

Was verdient man als Trainee in der Schweiz?

Fünf der sieben Programme mit Lohnangabe zahlen zwischen 71’500 und 80’000 Franken im Jahr. Die SBB und Baloise zahlen je 80’000 Franken, die Mobiliar 79’300 Franken im 18-monatigen Programm Deep Dive und 71’500 Franken im einjährigen Discovery, beide inklusive 13. Monatslohn (Mobiliar). Das sind 6’100 und 5’500 Franken im Monat. PostFinance nennt 78’000 Franken pro Jahr (PostFinance).

Jahreslöhne bei 100 Prozent in Franken: FINMA Legal and Compliance 130000, FINMA Digital and Analytics 110000, SBB und Baloise je 80000, Mobiliar Deep Dive 79300, PostFinance 78000, Mobiliar Discovery 71500, FINMA-Praktikum 55000
Jahreslöhne in Traineeprogrammen, wie sie FINMA, SBB, Baloise, Mobiliar und PostFinance auf ihren Programmseiten nennen, dazu das FINMA-Praktikum zum Vergleich. Quelle: Programmseiten der Firmen, gelesen im Oktober 2026.

Die beiden FINMA-Programme fallen aus der Reihe, und das hat Gründe. Das Programm für Legal and Compliance Officers mit 130’000 Franken richtet sich an Juristinnen und Juristen mit Anwaltspatent oder Doktorat, also an Leute, die nach dem Studium schon Jahre investiert haben. Beide FINMA-Programme dauern drei Jahre, rechnen mit einer 42-Stunden-Woche und zahlen den Lohn in zwölf Monatslöhnen aus.

Die übrigen Firmen bleiben vage. Die ZKB verspricht eine «faire Vergütung», UBS, Raiffeisen, Zurich, Helvetia, Suva, Swisscom, ABB, Siemens und Roche nennen auf ihren Programmseiten keinen Betrag. Frag deshalb spätestens im ersten Gespräch nach dem Jahreslohn und ob er in zwölf oder dreizehn Teilen ausbezahlt wird. Die Zahlen oben sind ein guter Massstab für die Antwort.

Neben dem Lohn lohnt ein Blick auf die Zusätze. Die SBB gibt ihren Trainees für das ganze Programm ein Generalabonnement 2. Klasse und fünf Wochen Ferien. PostFinance gewährt sechs Wochen Ferien bei 100 Prozent und ein persönliches Weiterbildungsbudget von 3’000 Franken. Die Mobiliar zahlt 120 Franken pro Monat an die Krankenkasse, Helsana einen SBB-Gutschein pro Jahr. Wie die einzelnen Branchen ihre Programme aufbauen, unterscheidet sich stärker als der Lohn.

Banken: ein Jahr oder 18 Monate, feste Starttermine

Bei den Banken dauern die Programme ein bis zwei Jahre, und viele haben einen festen Starttermin. Das Programm von Raiffeisen Schweiz dauert 12 Monate, beginnt im Oktober und verlangt ein Vollpensum in St. Gallen oder in The Circle am Flughafen Zürich (Raiffeisen). Du wählst eine Fachrichtung und durchläufst darin drei Stationen. Derzeit nennt die Seite Treasury & Markets, Firmenkunden, Portfolio Management & Advisory sowie IT Cyber Security. Die Fachrichtungen wechseln jedes Jahr, die neuen erscheinen im Februar auf der Jobbörse. Dein Abschluss darf höchstens 18 Monate zurückliegen, Deutsch brauchst du auf Niveau C1. Die einzelnen Raiffeisenbanken führen daneben eigene Programme, etwa die Raiffeisenbank Neukirch-Romanshorn mit 12 Monaten ab Oktober und einer Bewerbungsfrist ab März (Raiffeisenbank Neukirch-Romanshorn).

PostFinance dauert ebenfalls 12 Monate, aufgeteilt in zwei Einsätze von je sechs Monaten in Bern. Ab dem zweiten Monat darfst du bis zu 20 Prozent deiner Zeit in Projekten anderer Bereiche arbeiten. Gestartet wird im März und im September, und die Bewerbungsfenster sind kurz: Für den Start im März 2027 lief es vom 5. bis 11. Oktober 2026, der Auswahltag findet am 4. November 2026 in Bern statt. Für den Start im September 2027 bewirbst du dich im März 2027. Voraussetzung ist ein Master, der bei Programmbeginn höchstens zwei Jahre zurückliegt, oder ein laufendes Masterstudium.

Die Zürcher Kantonalbank hat zwei Wege. Im Programm «T-Shaped» durchläufst du in den ersten zwölf Monaten drei Bereiche deiner Wahl, etwa Privat- oder Firmenkunden, IT, Kapitalmarkt, Kommunikation oder HR, und vertiefst danach sechs Monate in einem davon (ZKB). Die Stellen werden im Herbst und im Frühjahr ausgeschrieben. Im Programm «Focus Institutionals & Multinationals» spezialisierst du dich von Anfang an, zum Beispiel auf Handel, Asset Management oder Research. Dort wird laufend nach Bedarf ausgeschrieben, und der Start richtet sich nach der offenen Stelle (ZKB Focus).

UBS geht anders vor. Das Graduate Talent Program der Bank dauert 18 bis 24 Monate, Bewerbungen sind das ganze Jahr möglich, und jede Stelle steht zuerst vier Wochen online (UBS). Weil die Bewerbungen laufend geprüft werden, lohnt es sich, früh dran zu sein. Die Bedingungen sind klar: Abschluss innerhalb der letzten 24 Monate, höchstens zwei Jahre Vollzeiterfahrung und mindestens eine 4.5 nach Schweizer Notenskala. Ein Finanzstudium brauchst du nicht. Die Versicherungen sind auf ihren Seiten oft offener.

Versicherungen: 12 bis 18 Monate, klarer Ablauf

Bei den Versicherern findest du die genauesten Angaben zum Ablauf, und zwei von ihnen nennen auch den Lohn. Die Mobiliar beschreibt ihren Ablauf Schritt für Schritt: Online-Bewerbung Mitte März, Antwort innerhalb von drei Wochen, Ende März bis Anfang April ein Online-Gespräch mit der künftigen Praxisbildnerin oder dem künftigen Praxisbildner, Mitte April ein Bewerbungsevent und innerhalb einer Woche danach der Entscheid. Beide Programme beginnen im September, mit 80 bis 100 Prozent. Im Deep Dive wechselst du nach sechs oder neun Monaten den Bereich, zur Wahl stehen unter anderem Data, Analytics & KI, Aktuariat, Asset Management und die Rechtsschutztochter Protekta. Im Discovery lernst du zwei Bereiche kennen, etwa Controlling, Marketing oder die interne Revision (Mobiliar Discovery).

Baloise zahlt 80’000 Franken für 16 Monate mit vier frei wählbaren Einsätzen, einer davon im Ausland (Baloise). Dafür verlangt die Versicherung einen Master, gute Noten und Deutsch, Französisch und Englisch. Der Start ist flexibel. Baloise und Helvetia gehören inzwischen zur selben Gruppe, Helvetia führt ihr eigenes Programm aber weiter: 18 Monate mit drei bis vier Modulen in einem Fachbereich, Berufserfahrung nicht nötig (Helvetia).

Zurich öffnet die Bewerbungsphase jedes Jahr Mitte Februar, und du kannst dich nur bewerben, solange die Stelle online ist (Zurich). Das Programm dauert 18 Monate bei 80 bis 100 Prozent. Verlangt werden ein Bachelor, der höchstens zwei Jahre zurückliegt, und Deutsch auf Niveau C1. Nach der Online-Bewerbung hörst du innerhalb von zwei bis drei Wochen, danach folgen ein virtuelles Gespräch mit der künftigen Vorgesetzten oder dem künftigen Vorgesetzten und ein Gespräch vor Ort, eventuell mit einer Fallstudie.

Die Suva schreibt ihre Traineestellen zwischen Februar und März aus, das Programm läuft 18 Monate von September bis März (Suva). Gefragt sind fliessendes Deutsch und gutes Englisch oder Französisch. Helsana bietet 12 bis 18 Monate am Hauptsitz in Stettbach an, für Abschlüsse, die höchstens eineinhalb Jahre alt sind (Helsana). Im Oktober 2026 waren dort keine Traineestellen offen, die Seite verweist auf ein Job-Abo. In der Industrie sind die Programme länger und oft technischer.

Industrie, Bahn und Telekom: länger und oft mit Ausland

Die SBB hat das am genauesten beschriebene Programm. Bei 100 Prozent dauert es 18 Monate, in Teilzeit länger. Du durchläufst vier Stationen, die erste dauert sechs Monate, die weiteren je vier bis sechs. Die dritte kannst du bei einer Tochter- oder Partnerfirma im In- oder Ausland machen, und rund 20 Prozent deiner Zeit gehören dem Begleitprogramm. Die Studienrichtung ist laut SBB zweitrangig, dafür brauchst du Deutsch auf Niveau B2 und eine zweite Landessprache auf B2.

Diagramm der Phasen in Monaten: PostFinance 6 und 6, EDA 2 Theorie, 12 Praxis, 1 Theorie, ZKB 12 in drei Bereichen und 6 Vertiefung, SBB 6, 4, 4, 4, Suva 3, 6, 3, 3, 3, ABB dreimal 6, FINMA Digital viermal 9
Wie sieben Programme aufgebaut sind: Einsätze, Einführung und Vertiefung in Monaten bei 100 Prozent. Quelle: Programmseiten von PostFinance, ZKB, SBB, Suva, ABB, EDA und FINMA, gelesen im Oktober 2026.

Swisscom ist am strengsten beim Abschluss. Das Programm richtet sich an Leute mit einem überdurchschnittlichen Master, der nicht länger als 12 Monate zurückliegt (Swisscom). Deine Projekte suchst du dir auf einem internen Marktplatz selbst aus. Der nächste Jahrgang startet im November 2026, Informationen zum Programm 2027 will Swisscom im Frühling 2027 veröffentlichen.

ABB stellt Trainees im Discovery Trainee Program vom ersten Tag an unbefristet und in Vollzeit an (ABB). In 18 Monaten machst du drei Einsätze von je sechs Monaten, einer davon im Ausland. Verlangt sind ein Master in Ingenieurwesen oder einem verwandten Fach, höchstens drei Jahre Berufserfahrung, sehr gutes Englisch und mindestens ein Ausweis B. Für Absolventinnen und Absolventen aus dem Ausland ist das eine echte Hürde. Welche Bewilligung du wann bekommst, erklären wir im Beitrag zum Praktikum für Ausländer.

Siemens Schweiz bietet zwei längere Programme an: 30 Monate in der Sparte Digital Industries und zwei Jahre im technischen Programm von Mobility, mit Bahnsicherung und Bahnautomatisierung (Siemens). Roche führt in Basel, Kaiseraugst und im deutschen Penzberg ein zweijähriges Programm in Produktion und Technik, für Masterabschlüsse in Natur- oder Ingenieurwissenschaften, die weniger als zwei Jahre alt sind (Roche). Als nächste Bewerbungsperiode nennt die Seite noch jene ab 1. März 2026, einen Termin für 2027 gibt sie nicht an. Ganz anders sieht es in der Verwaltung aus.

Gibt es Traineeprogramme in der Verwaltung?

Kaum, und die wenigen stellen hohe Anforderungen. Der Bund bietet für den Berufseinstieg vor allem Hochschulpraktika an, über 600 im Jahr, nach dem Master mit 4’500 Franken im Monat (stelle.admin.ch). Ein allgemeines Traineeprogramm einer Kantonsverwaltung haben wir bei unserer Suche nicht gefunden. Zwei Ausnahmen gibt es im Umfeld des Bundes.

Die erste ist der Concours für die Karriere Diplomatie des Aussendepartements EDA (EDA). Wer ihn besteht, beginnt im April eine bezahlte Ausbildung von in der Regel 15 Monaten: zwei Monate Theorie in Zollikofen, zwölf Monate Praxis im Ausland oder in der Schweiz, ein Monat Theorie mit Schlussbeurteilung. Der Vertrag ist für die Ausbildung befristet, der Lohn richtet sich nach den Lohnklassen des Bundes und ist nicht verhandelbar. Verlangt werden ein Bachelor mit mindestens 180 und ein Master mit mindestens 90 ECTS-Punkten, und im regulären Profil darfst du im Jahr der Auswahl höchstens 30 Jahre alt sein. Das Fenster für 2026 lief vom 22. Mai bis 16. Juni 2026, danach folgten Tests, Gespräche und Prüfungen bis Ende Oktober, den Entscheid kündigt das EDA für Anfang November 2026 an. Die Daten für 2027 hat das EDA noch nicht veröffentlicht.

Die zweite ist die Finanzmarktaufsicht FINMA. Ihr Programm für Legal and Compliance Officers dauert drei Jahre in Bern und richtet sich an Juristinnen und Juristen mit Anwaltspatent oder Doktorat. Das neue Programm Digital and Analytics dauert ebenfalls drei Jahre, aufgeteilt in vier Einsätze von je neun Monaten: Asset Management, Banken, Risikomanagement bei Versicherungen und die Informatik der FINMA, in Bern oder Zürich. Es steht Leuten mit Master in Informatik, Data Science, Mathematik, Physik oder einem ähnlichen Fach offen. Bewerbungsfristen nennt die FINMA nicht. Bei den meisten anderen Programmen hängt dagegen alles am richtigen Monat.

Wann du dich für einen Start 2027 bewirbst

Für einen Start im Herbst 2027 öffnen die meisten Fenster zwischen Februar und Mai 2027. Das erste ist schon vorbei: PostFinance hat die Bewerbungen für den März 2027 vom 5. bis 11. Oktober 2026 entgegengenommen.

Kalender Oktober 2026 bis Oktober 2027: PostFinance Bewerbung 5. bis 11. Oktober und im März, SBB 1. bis 14. Februar und 3. bis 16. Mai, Zurich ab Mitte Februar, Mobiliar Mitte März, Suva Februar bis März, Raiffeisen Februar
Bewerbungsfenster, Auswahltage und Starttermine für 2027, nach den Programmseiten von SBB, PostFinance, Mobiliar, Zurich, Suva und Raiffeisen, gelesen im Oktober 2026. Wo eine Firma nur einen ungefähren Monat nennt, steht der Balken ungefähr.

Der Februar ist der dichteste Monat. Raiffeisen Schweiz veröffentlicht dann die neuen Fachrichtungen für den Start im Oktober, die Suva schreibt zwischen Februar und März aus, Zurich öffnet Mitte Februar und die SBB nimmt vom 1. bis 14. Februar Bewerbungen an. Im März folgen die Mobiliar mit ihrer Online-Bewerbung Mitte März und PostFinance für den Start im September. Die SBB hält ihre Talent Days am 3. und 4. März und am 2. und 3. Juni 2027 online ab. Wer im Februar nicht fertig wird, hat bei der SBB vom 3. bis 16. Mai ein zweites Fenster.

Ohne festes Fenster arbeiten UBS und der Focus-Zweig der ZKB, die das ganze Jahr ausschreiben. Für sie gilt: Ein Job-Abo einrichten und reagieren, sobald eine passende Stelle auftaucht. Leg dir für alle anderen schon im Januar eine Liste mit den Daten an. Ein Fenster von zwei Wochen ist schnell verpasst, wenn gleichzeitig Prüfungen laufen. Ob du überhaupt in ein Fenster passt, hängt aber vor allem an deinem Abschlussdatum.

Wie lange darf dein Abschluss zurückliegen?

Bei den meisten Programmen höchstens zwei Jahre, bei einigen deutlich weniger. Diese Grenze ist die wichtigste Zahl für deine Planung, denn sie entscheidet, für welche Jahrgänge du dich noch bewerben kannst.

Arbeitgeber Abschluss höchstens Welcher Abschluss
Swisscom 12 Monate Master, überdurchschnittlich
Helsana 18 Monate Bachelor oder Master
Raiffeisen Schweiz 18 Monate Bachelor oder Master
UBS 24 Monate abgeschlossenes Studium
SBB 24 Monate Bachelor oder Master
PostFinance 2 Jahre bei Programmbeginn Master
Zurich 2 Jahre Bachelor
Roche unter 2 Jahren Master

Ein Beispiel: Schliesst du deinen Master im Februar 2027 ab, passt du bei der SBB für den Start im September 2027 und auch noch für jenen im September 2028. Bei Swisscom ist ein Abschluss vom Februar 2027 im Frühling 2028 bereits zu alt. Viele Firmen nehmen dich auch schon kurz vor dem Abschluss: Die Mobiliar, die Suva und Helsana schreiben das ausdrücklich, bei der SBB muss das Studium spätestens bei Programmbeginn fertig sein.

Wer früh plant, bewirbt sich deshalb im letzten Semester. Das deckt sich mit den Fenstern im Februar und März, die rund ein halbes Jahr vor dem Start im September liegen. Danach entscheidet die Auswahl, und die unterscheidet sich von Firma zu Firma stark.

So läuft die Auswahl ab

Die meisten Firmen arbeiten mit mehreren Stufen, und nicht überall brauchst du ein Motivationsschreiben. Die SBB verzichtet ausdrücklich darauf (SBB, englische Seite). Nach der Vorauswahl bekommst du eine Einladung zum Videointerview, das du innert vier Tagen aufnehmen musst. Danach folgen zwei Talent Days online, und spätestens in der Woche darauf weisst du, ob es passt.

Bei der Mobiliar, bei Zurich und bei PostFinance steht ein persönliches Treffen im Zentrum: ein Bewerbungsevent, ein Gespräch vor Ort mit möglicher Fallstudie oder ein Auswahltag in Bern. Am längsten dauert es beim EDA, wo Tests, eine politische Analyse, Sprachprüfungen und mündliche Fachprüfungen über mehrere Monate verteilt sind. Wo ein Schreiben verlangt ist, lohnt sich die Mühe, Tipps dazu findest du in unserem Beitrag zum Motivationsschreiben.

Achte bei jeder Firma auch auf die Spielregeln. Bei UBS zählen höchstens drei Bewerbungen pro akademischem Jahr für alle Bereiche zusammen, bei PostFinance nur eine Traineestelle pro Fenster. Wer wahllos klickt, verbraucht seine Chancen bei der Firma, die ihn eigentlich interessiert.

Bevor du dich bewirbst

Fang mit deinem Abschlussdatum an und streich alle Programme, bei denen es nicht mehr reicht. Prüf dann die Sprache: Raiffeisen, PostFinance und Zurich verlangen Deutsch auf C1, die SBB Deutsch und eine zweite Landessprache auf B2, Baloise Deutsch, Französisch und Englisch. Was danach übrig bleibt, kommt mit den Daten in deinen Kalender, mit dem Februar 2027 als wichtigstem Monat.

Beim Vergleich der Angebote helfen dir die Zahlen aus diesem Beitrag. Frag nach dem Jahreslohn, nach der Zahl der Monatslöhne und danach, ob der Vertrag befristet ist. Ein Programm mit 80’000 Franken, Generalabonnement und einer Übernahmequote von über 90 Prozent ist etwas anderes als eines ohne Lohnangabe und ohne Zusage für danach. Offene Einstiegsstellen und Praktika findest du auf unseren Seiten nach Fachgebiet, etwa im Bereich Finanzen und Buchhaltung.

Häufige Fragen

Kann ich ein Traineeprogramm in Teilzeit machen?
Bei einigen Firmen ja. Die SBB lässt dich zwischen 60 und 100 Prozent wählen, bei 60 bis 80 Prozent dauert das Programm 24 statt 18 Monate. Mobiliar, PostFinance und Zurich nennen 80 bis 100 Prozent, Raiffeisen Schweiz nur 100 Prozent. Steht nichts auf der Programmseite, frag vor der Bewerbung nach.
Bin ich nach dem Traineeprogramm fest angestellt?
Das hängt vom Vertrag ab. Bei der ZKB und bei ABB ist die Stelle vom ersten Tag an unbefristet. Die SBB übernimmt nach eigenen Angaben über 90 Prozent ihrer Trainees, die Mobiliar will möglichst viele weiterbeschäftigen. Beim EDA gilt während der Ausbildung ein befristeter Vertrag, über die feste Anstellung wird danach entschieden.
Brauche ich für ein Traineeprogramm Berufserfahrung?
Meist reicht, was du im Studium gesammelt hast. PostFinance verlangt erste Praxis aus Praktika oder Teilzeitjobs, Helvetia schreibt, dass keine Berufserfahrung nötig ist. Nach oben gibt es Grenzen: UBS nimmt höchstens zwei Jahre Vollzeiterfahrung an, ABB höchstens drei Jahre.
Wo arbeite ich als Trainee, und gibt es Homeoffice?
Meist am Hauptsitz: PostFinance in Bern, die Mobiliar in Bern oder Nyon, Raiffeisen Schweiz in St. Gallen oder am Flughafen Zürich. PostFinance nennt ein bis zwei Tage Homeoffice pro Woche als üblich, verlangt aber Arbeit in der Schweiz. Bei Helvetia soll mindestens die Hälfte deiner Arbeitszeit orts- und zeitunabhängig sein. ABB und Baloise schicken dich für einen Einsatz ins Ausland.
Was mache ich, wenn ich eine Frist verpasst habe?
Schau zuerst, ob es einen zweiten Termin gibt. Die SBB hat zwei Bewerbungsfenster pro Jahr, PostFinance zwei Starts, UBS und der Focus-Zweig der ZKB schreiben laufend aus. Sonst hilft ein Job-Abo, wie es Helsana und die ZKB anbieten, damit dir das nächste Fenster nicht entgeht.

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